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Patryk Hegenberg edited this page 2025-06-10 18:49:02 +02:00

Projektmanagement - Vorlesung 2

  • Rollen in Teams

    • Es gibt in jedem Projektteam unterschiedliche Rollen die erfüllt werden müssen
    • Diese sind sinnvoll
    • Müssen in Abhängigkeit vom Projekt zusammengestellt werden
  • Recap aus der letzten Vorlesung

    • Einteilung der Projekte in Agil/Klassisch anhnd ihrer Komplexität

Szenario

  • Wir produzieren Seife
  • Wir setzen das Projekt selbst um

Stakeholderanalyse für das Projekt

Identifikation der Stakeholder

Interne Stakeholder

  • Projektleitung/Management: Verantwortlich für die strategische Ausrichtung, Budgetierung und Erfolgskontrolle des Projekts.
  • IT-Abteilung: Zuständig für die technische Umsetzung, Integration und Wartung der digitalen Zwillinge sowie der IT-Infrastruktur.
  • Produktionsleitung und -mitarbeiter: Nutzer des digitalen Zwillings im operativen Geschäft, liefern Anforderungen und Feedback zur Praxistauglichkeit.
  • F&E/Entwicklung: Betreibt Modellierung und Simulation, entwickelt und validiert digitale Zwillinge für Produkte und Prozesse.
  • Qualitätssicherung: Nutzt digitale Zwillinge zur Prozessüberwachung und Qualitätssteuerung.

Externe Stakeholder

  • Lieferanten und Partner: Liefern Daten und Komponenten, müssen Schnittstellen bereitstellen und mit dem digitalen Zwilling interagieren.
  • Kunden: Profitieren von verbesserten Produkten und Services, können Anforderungen an Transparenz und Rückverfolgbarkeit stellen.
  • Berater und Systemintegratoren: Unterstützen bei der Konzeption, Implementierung und Integration neuer Technologien.
  • Industrieverbände und Standardisierungsgremien: Bieten Leitlinien und Rahmenwerke für den Einsatz digitaler Zwillinge.
  • Behörden und Regulierungsstellen: Stellen regulatorische Anforderungen an Datenschutz, Sicherheit und Nachhaltigkeit.

Erwartungen und Anforderungen der Stakeholder

Stakeholder-Gruppe Erwartungen/Anforderungen
Projektleitung/Management Erfolgreiche Projektumsetzung, Kostenkontrolle, ROI
IT-Abteilung Sichere, skalierbare und wartbare Systeme
Produktionsleitung Effizienzsteigerung, Transparenz, Flexibilität
Produktionsmitarbeiter Benutzerfreundlichkeit, Unterstützung im Arbeitsalltag
F&E/Entwicklung Modellierungs- und Simulationsmöglichkeiten
Qualitätssicherung Prozessüberwachung, Qualitätssteuerung
Lieferanten/Partner Schnittstellen, Datenqualität, Zusammenarbeit
Kunden Transparenz, Rückverfolgbarkeit, Produktqualität
Berater/Systemintegratoren Klare Anforderungen, Zugang zu relevanten Informationen
Industrieverbände Einhaltung von Standards und Best Practices
Behörden Einhaltung von Datenschutz, Sicherheit und Nachhaltigkeit

Einfluss und Interessen

  • Hoher Einfluss, hohes Interesse: Projektleitung, IT-Abteilung, Produktionsleitung, F&E/Entwicklung
  • Hoher Einfluss, geringes Interesse: Behörden, Industrieverbände (können Vorgaben machen, sind aber nicht täglich involviert)
  • Geringer Einfluss, hohes Interesse: Produktionsmitarbeiter, Kunden (Profitieren direkt, haben aber wenig Entscheidungsmacht)
  • Geringer Einfluss, geringes Interesse: Lieferanten (abhängig vom Grad der Integration und Zusammenarbeit)

Stakeholder-Cluster

  • Steuerungsgruppe: Projektleitung, Management, IT-Abteilung, F&E/Entwicklung
  • Nutzer: Produktionsleitung, Produktionsmitarbeiter, Qualitätssicherung
  • Externe Partner: Lieferanten, Berater, Systemintegratoren
  • Regulatorische Stakeholder: Behörden, Industrieverbände

Projektressourcen

Technische Ressourcen

  • IT-Infrastruktur: Leistungsfähige Server, Netzwerke und Speicherkapazitäten sind notwendig, um große Datenmengen in Echtzeit zu verarbeiten und zu speichern. Cloud-Lösungen und Edge-Computing können hier eine wichtige Rolle spielen.
  • IoT-Sensoren und Aktoren: Sie erfassen Betriebs-, Zustands- und Prozessdaten direkt von Maschinen, Anlagen und Produkten und ermöglichen die Synchronisierung zwischen realer und digitaler Welt.
  • Softwareplattformen: Spezialisierte Plattformen wie Manufacturing Integration Platforms (MIP) oder ERP-/MES-Systeme sind erforderlich, um digitale Zwillinge zu verwalten, zu visualisieren und mit anderen Anwendungen zu integrieren.
  • Analytik- und KI-Tools: Machine-Learning- und KI-Algorithmen werden für die Auswertung und Analyse der Big Data benötigt, um z.B. Anomalien zu erkennen oder Predictive Maintenance zu ermöglichen.

Datenressourcen

  • Echtzeitdaten: Betriebsdaten, Maschinendaten, Qualitätsdaten und Energiedaten müssen kontinuierlich erfasst und ausgewertet werden.
  • Historische Daten: Sie dienen als Referenz für Simulationen, Optimierungen und die Verbesserung von Prozessen.
  • Schnittstellen und Datenstandards: Offene Schnittstellen und herstellerübergreifende Standards sind wichtig, um den Austausch und die Integration von Daten sicherzustellen.

Menschliche Ressourcen

  • Fachkräfte: IT-Experten, Datenanalysten, Produktionsingenieure, F&E-Mitarbeiter und Qualitätsmanager sind für Konzeption, Implementierung und Betrieb des digitalen Zwillings unerlässlich.
  • Projektmanagement: Koordination und Steuerung aller Projektbeteiligten und Ressourcen.
  • Change Management: Schulungen und Unterstützung für Produktionsmitarbeiter, um Akzeptanz und effektive Nutzung zu fördern.

Materielle und organisatorische Ressourcen

  • Maschinen und Anlagen: Die physische Produktionsumgebung, die digital abgebildet werden soll.
  • Werkzeuge und Materialien: Digitale Zwillinge können auch Werkzeuge und Materialflüsse abbilden und optimieren.
  • Regulatorische und normative Vorgaben: Berücksichtigung von Datenschutz, IT-Sicherheit und branchenspezifischen Standards.

Zieldefinition nach SMART

  • Hauptziel: Bis zum 01.12.2025 soll ein digitaler Zwilling der Hauptproduktionslinie in Betrieb genommen werden, der eine Echtzeitüberwachung und -steuerung der Produkltionsprozesse ermöglicht, um die Produktionsausfallzeiten um mindestens 10% und die Fehlerquote um mindestens 15% gegenüber dem Vorjahr zu reduzieren.
  • 1. Teilziel: Digitalisierung der Produktionsprozesse
    • Bis zum 31.08.2025 werden alle relevanten Produktionsprozesse und -maschinen digital erfasst und im digitalen Zwilling abgebildet, sodass mindestens 95% der Produktionsdaten in Echtzeit erfasst werden.
  • 2. Teilziel: Verbesserung der Rückverfolgbarkeit
    • Bis zum 01.12.2025 können für alle Produktionschargen die zugehörigen Prozessdaten und Qualitätsparameter digital dokumentiert und auf Anfrage innnerhalb von 2 Minuten abgerufen werden.
  • 3. Teilziel: Schulung der Mitarbeiter
    • Bis zum Go-Live am 01.12.2025 werden mindestens 90% der Produktionsmitarbeiter in der Nutzung des digitalen Zwillings geschult und absolvieren eine erfolgreiche Abschlussprüfung.
  • 4. Teilziel: Integrations in bestehende IT-Systeme
    • Bis zum 31.10.2025 ist der digitale Zwilling vollständig in das bestehende ERP- und MES-System integriert, sodass Daten automatisch ausgetauscht werden und keine manuelle Doppelpflege mehr erforderlich ist.
  • 5. Teilziel: Qualitätssicherung
    • Bis zum 15.11.2025 werden die wichtigsten Qualitätskennzahlen (z.B. Fehlerquote, Ausschussrate) automatisiert vom digitalen Zwilling erfasst und wöchentlich an die Qualitätssicherung gemeldet.